B2B-Commerce
Was ist E-Procurement?
E-Procurement (elektronische Beschaffung) ist der Oberbegriff für die vollständig digitale Abwicklung des betrieblichen Einkaufsprozesses, vom Bedarf über Bestellung und Genehmigung bis zu Rechnung und Buchung. Es umfasst nicht ein einzelnes Werkzeug, sondern das gesamte Zusammenspiel aus Beschaffungssystem, Lieferantenkatalogen und Schnittstellen wie OCI, EDI und BMEcat.
E-Procurement löst den manuellen, papier- oder E-Mail-gestützten Einkauf durch standardisierte, systemgestützte Prozesse ab. Bedarfe werden im Beschaffungssystem erfasst, Genehmigungen laufen digital, Bestellungen gehen automatisiert an den Lieferanten und Belege werden elektronisch verarbeitet. Für Hersteller und Großhändler bedeutet das: Wer bei großen Industrie- und Handelskunden gelistet sein will, muss deren E-Procurement-Prozesse technisch bedienen können.
| Kriterium | Klassischer Einkauf | E-Procurement |
|---|---|---|
| Bedarfserfassung | Formular, E-Mail oder Telefon, manuell weitergereicht | Digitale Erfassung im Beschaffungssystem, direkt aus Katalogen |
| Genehmigung | Papierumlauf oder E-Mail-Freigabe, schwer nachvollziehbar | Regelbasierte Workflows mit dokumentierter Freigabekette |
| Katalog und Preise | Gedruckte oder statische Kataloge, veraltete Preise | Elektronische Kataloge (BMEcat) oder Live-Anbindung per OCI-Punch-out |
| Bestellübertragung | Manuelles Abtippen beim Lieferanten, fehleranfällig | Automatisierte Übertragung, z. B. per EDI in beide ERP-Systeme |
| Nachvollziehbarkeit | Verteilt auf E-Mails, Ordner und Systeme | Durchgehende, revisionssichere Prozessdaten an einem Ort |
Stand: August 2026. Die Gegenüberstellung beschreibt typische Ausprägungen, konkrete Prozesse variieren je nach Beschaffungssystem und Branche.
E-Procurement verbindet die einzelnen Prozessschritte durchgängig digital. Schnittstellen wie OCI, BMEcat und EDI sind dabei technische Bausteine, nicht das Ganze.
Was bedeutet digitale Beschaffung?
Digitale Beschaffung meint die durchgängige Abbildung des Einkaufsprozesses in Software statt in Papier, Telefon und E-Mail. E-Procurement ist der Oberbegriff dafür: Er beschreibt nicht ein einzelnes Tool, sondern das gesamte Zusammenspiel der digitalen Einkaufsschritte. Typische Bestandteile:
- Digitale Bedarfserfassung, oft direkt aus einem elektronischen Katalog heraus.
- Regelbasierte Genehmigungs-Workflows mit dokumentierter Freigabekette.
- Automatisierte Bestellübertragung zwischen den Systemen von Einkäufer und Lieferant.
- Elektronische Verarbeitung von Auftragsbestätigung, Lieferschein und Rechnung.
Der Nutzen entsteht aus dem Zusammenspiel: Weniger manuelle Übertragung heißt weniger Fehler, klare Workflows heißen kürzere Durchlaufzeiten und alle Prozessdaten liegen revisionssicher an einem Ort. Für Lieferanten ist digitale Beschaffung damit nicht nur ein internes Thema der Einkäufer, sondern ein Anschlusskriterium.
Einordnung
Viele Hersteller verstehen E-Procurement als eine einzelne Schnittstelle, die man einmal anbindet. Tatsächlich ist es der gesamte digitale Einkaufsprozess des Kunden, und die Anbindung per OCI oder BMEcat ist nur ein Baustein darin. Entscheidend ist die Datenbasis: Nur wenn Produktdaten, Preise und Klassifizierungen sauber im PIM gepflegt sind, lässt sich der E-Procurement-Kanal ohne ständige Nacharbeit bedienen.
Philipp Foreman, Geschäftsführer onacy GmbH
Was leistet eine E-Procurement-Software?
Eine E-Procurement-Software (häufig auch Beschaffungs- oder Procurement-System genannt) bildet den Einkaufsprozess auf Seiten des Kunden ab. Sie verwaltet Bedarfe, Genehmigungen, Bestellungen und Belege und bindet die Kataloge der Lieferanten an. Bekannte Systeme sind etwa SAP Ariba, Coupa oder Onventis. Die Anbindung an die Lieferanten erfolgt über Standards, damit Kunde und Lieferant nicht jedes Mal individuell integrieren müssen.
Genau hier greift die technische Anbindung. Über OCI / Punch-out springt der Einkäufer live in den Online-Shop des Lieferanten, stellt einen Warenkorb zusammen und übergibt ihn zurück in sein Beschaffungssystem. Alternativ liefert der Lieferant einen elektronischen Katalog im BMEcat-Format, der in das System importiert wird. OCI-Punch-out ist damit ein Baustein innerhalb von E-Procurement, nicht das Ganze: Es regelt, wie der Katalog angebunden wird, nicht den gesamten Einkaufsprozess.
Wie hängen E-Procurement und der eigene B2B-Shop zusammen?
Für Hersteller und Großhändler ist E-Procurement die Brücke zwischen dem eigenen B2B-Commerce-Auftritt und den Beschaffungssystemen der Kunden. Der eigene B2B-Shop liefert Produktdaten, Preise und Verfügbarkeiten, die per OCI-Punch-out live in das Beschaffungssystem des Kunden fließen. Der Shop wird so zum Kanal, über den der Kunde in seiner gewohnten Einkaufsumgebung bestellt.
Voraussetzung ist eine saubere Datenbasis. Ohne strukturiertes Data Management laufen kundenspezifische Preise, Klassifizierungen und Merkmale nicht verlässlich in den E-Procurement-Kanal. Genau hier setzt onacy als Pimcore Platinum Partner und Shopware-Partner an: Produktdaten so strukturieren und den B2B-Shop so anbinden, dass E-Procurement-Anfragen ohne manuelle Nacharbeit bedient werden.
Häufige Fragen zu E-Procurement
Was ist E-Procurement einfach erklärt?
E-Procurement (elektronische Beschaffung) ist der Oberbegriff für die vollständig digitale Abwicklung des betrieblichen Einkaufs, vom Bedarf über Bestellung und Genehmigung bis zu Rechnung und Buchung. Es ist kein einzelnes Tool, sondern das Zusammenspiel aus Beschaffungssystem, Lieferantenkatalogen und Schnittstellen wie OCI, EDI und BMEcat. Ziel ist ein durchgängiger, fehlerarmer Einkaufsprozess.
Ist OCI-Punch-out dasselbe wie E-Procurement?
Nein. OCI-Punch-out ist ein Baustein innerhalb von E-Procurement, nicht das Ganze. OCI regelt, wie der Einkäufer aus seinem Beschaffungssystem live in den Online-Shop des Lieferanten springt und einen Warenkorb zurücknimmt. E-Procurement umfasst dagegen den gesamten digitalen Einkaufsprozess, inklusive Bedarf, Genehmigung, Bestellung, Wareneingang und Rechnung.
Welche Schnittstellen gehören zu E-Procurement?
Zu E-Procurement gehören mehrere Standards. OCI / Punch-out bindet Lieferanten-Shops live an, BMEcat liefert elektronische Kataloge als Datei und EDI überträgt Bestellungen und Belege automatisiert zwischen den ERP-Systemen. Klassifizierungsstandards wie ECLASS strukturieren die Produktdaten. Zusammen sorgen sie dafür, dass der Einkaufsprozess ohne manuelle Übertragung abläuft.
Warum ist E-Procurement für Hersteller und Großhändler wichtig?
Große Industrie- und Handelskunden wickeln ihren Einkauf über Beschaffungssysteme ab und erwarten von Lieferanten eine passende Anbindung, etwa per OCI-Punch-out oder BMEcat-Katalog. Wer diese E-Procurement-Prozesse technisch bedienen kann, bleibt gelistet und bestellbar. Voraussetzung ist eine saubere Datenbasis im PIM, damit Preise, Merkmale und Klassifizierungen fehlerfrei in den Kanal fließen.
E-Procurement-fähig werden, ohne manuelle Nacharbeit
Ob OCI-Punch-out, BMEcat-Katalog oder EDI: Der E-Procurement-Kanal steht und fällt mit der Datenbasis. Im Produktdaten-Audit prüfen wir, wie weit Ihre Produktdaten, Preise und Klassifizierungen die Beschaffungssysteme Ihrer Kunden bedienen können, und zeigen den Weg zu einem durchgängigen B2B-Commerce.
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