Data Management

Was ist ECLASS?

ECLASS ist ein internationaler, branchenübergreifender Standard zur Klassifizierung und eindeutigen Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen. Das aktuelle Release ECLASS 16.0 (November 2025) umfasst rund 50.000 Klassen und etwa 23.000 Merkmale. Jedes Produkt erhält einen 8-stelligen Klassifizierungscode und wird so für Einkauf, Stammdaten und Produktinformationsmanagement (PIM) maschinenlesbar.

ECLASS wird vom Verein ECLASS e.V. (Köln) gepflegt und hat sich vor allem in der verarbeitenden Industrie im europäischen Raum durchgesetzt. Der Standard ordnet jedes Produkt über vier Hierarchieebenen ein (Sachgebiet, Hauptgruppe, Gruppe, Untergruppe) und beschreibt es zusätzlich über standardisierte Sachmerkmale. So sprechen Lieferanten, Einkäufer und Systeme dieselbe Sprache, unabhängig von Hersteller, Sprache oder Schreibweise.

Kriterium ECLASS ETIM
Anwendungsbereich Branchenübergreifend, breites Spektrum an Industrieprodukten und Dienstleistungen Branchenspezifisch: Elektrotechnik, SHK (Heizung, Lüftung, Sanitär), Werkzeuge, Eisenwaren
Struktur Vier Hierarchieebenen, 8-stelliger Code, rund 50.000 Klassen (Stand 16.0) Klassen mit starkem Fokus auf technische Produktmerkmale
Merkmale Etwa 23.000 Merkmale, als KANN-Information (Daten auch ohne Merkmale valide) Merkmale sind zentraler Pflichtbestandteil
Verbreitung Verarbeitende Industrie, Beschaffung, europaweit etabliert Aus der Elektrotechnik heraus entwickelt, dort führend
Identifikation Global eindeutige IRDI (auf Basis ISO/IEC 11179) Eigene ETIM-Klassen- und Merkmals-IDs

Stand: Juni 2026. Klassen- und Merkmalszahlen beziehen sich auf ECLASS Release 16.0 (November 2025).

Die vier Hierarchieebenen von ECLASS
Die vier Hierarchieebenen von ECLASS 1. Sachgebiet erste 2 Stellen des Codes 2. Hauptgruppe Stellen 3 und 4 3. Gruppe Stellen 5 und 6 4. Untergruppe Stellen 7 und 8 ERGEBNIS 27-37-12-05 8-stelliger Code (Beispiel)

Jedes Produkt wird nacheinander den vier Ebenen zugeordnet. Daraus entsteht der 8-stellige ECLASS-Klassifizierungscode. Die Werte im Beispiel sind illustrativ.

Wofür wird ECLASS genutzt?

ECLASS schafft eine gemeinsame, maschinenlesbare Sprache für Produktdaten. Hersteller klassifizieren ihre Artikel nach dem Standard, damit Einkäufer, Marktplätze und ERP-Systeme die Produkte eindeutig zuordnen können. Typische Einsatzfelder:

  • Strukturierter Produktdaten-Austausch zwischen Lieferant und Kunde (BMEcat, Kataloge).
  • Eindeutige Beschreibung im strategischen Einkauf und in Beschaffungsplattformen.
  • Grundlage für den Digitalen Produktpass (DPP) und für die Verwaltungsschale (Asset Administration Shell) in Industrie 4.0.
  • Konsistente Stammdaten über Märkte, Sprachen und Vertriebskanäle hinweg.

Für mittelständische Hersteller ist ECLASS oft die Voraussetzung, um bei großen Industrie- und Handelskunden überhaupt gelistet zu werden, da diese Klassifizierungsdaten als Pflicht im Onboarding verlangen.

Einordnung

In der Praxis entscheidet eine saubere ECLASS-Klassifizierung darüber, ob Produkte auf Marktplätzen und in Beschaffungsplattformen überhaupt gefunden werden, denn unvollständig oder falsch klassifizierte Artikel fallen aus den Filtern der Einkäufer heraus. Wer die Klassifizierung direkt im PIM pflegt statt nachgelagert, vermeidet Mehrfachpflege und hält die Daten über alle Kanäle konsistent.

Philipp Foreman, Geschäftsführer onacy GmbH

Wie hängen ECLASS und PIM zusammen?

ECLASS ist ein Klassifizierungsstandard, ein PIM-System (Product Information Management) ist das System, in dem die Produktdaten gepflegt werden. In der Praxis greifen beide ineinander: Das PIM hält die Produktinformationen zentral vor und ordnet jedem Produkt die passende ECLASS-Klasse samt Merkmalen zu. Beim Export in Kataloge oder Kundenportale liefert das PIM die Daten dann ECLASS-konform aus.

Ohne sauber gepflegtes Data Management bleibt eine ECLASS-Klassifizierung Stückwerk. Erst wenn Merkmale, Einheiten und Werte im PIM standardisiert sind, lässt sich die Klassifizierung automatisiert und fehlerarm bespielen. Genau hier setzt onacy als Pimcore Platinum Partner an: Produktdaten so strukturieren, dass Standards wie ECLASS und ETIM ohne manuelle Nacharbeit bedient werden.

ECLASS oder ETIM, was passt für wen?

ECLASS und ETIM sind beide Klassifizierungsstandards, verfolgen aber unterschiedliche Schwerpunkte. ECLASS ist branchenübergreifend und in der verarbeitenden Industrie und im Beschaffungsumfeld breit verbreitet. ETIM kommt aus der Elektrotechnik und deckt heute auch SHK, Werkzeuge und Eisenwaren ab, mit einem starken Fokus auf detaillierte technische Merkmale.

Ein wesentlicher Unterschied: Bei ECLASS sind Merkmale eine KANN-Information, Produktdaten sind also auch ohne vollständige Merkmale valide. Bei ETIM stehen die Merkmale im Zentrum. Hersteller, deren Kunden aus dem Elektro- oder SHK-Handel kommen, brauchen häufig ETIM. Wer breit in unterschiedliche Industriebranchen liefert, kommt an ECLASS meist nicht vorbei. Viele Hersteller müssen beide Standards parallel bedienen, was die Bedeutung eines zentralen PIM unterstreicht.

Häufige Fragen zu ECLASS

Was ist ECLASS einfach erklärt?

ECLASS ist ein internationaler, branchenübergreifender Standard zur Klassifizierung und eindeutigen Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen. Jedes Produkt wird über vier Hierarchieebenen eingeordnet und erhält einen 8-stelligen Code. Das aktuelle Release 16.0 (November 2025) umfasst rund 50.000 Klassen und etwa 23.000 Merkmale. So lassen sich Produktdaten herstellerunabhängig austauschen.

Was ist der Unterschied zwischen ECLASS und ETIM?

ECLASS ist branchenübergreifend und in der verarbeitenden Industrie sowie im Einkauf verbreitet. ETIM ist branchenspezifisch und stammt aus der Elektrotechnik, deckt aber auch SHK, Werkzeuge und Eisenwaren ab. ETIM legt den Schwerpunkt auf technische Produktmerkmale, während diese bei ECLASS eine KANN-Information sind. Viele Hersteller müssen beide Standards parallel bedienen.

Wie viele Klassen und Merkmale hat ECLASS?

Das aktuelle Release ECLASS 16.0 (November 2025) umfasst rund 50.000 Klassen und etwa 23.000 Merkmale, ergänzt um rund 140.000 Schlüsselwörter. Die Struktur ist in vier Hierarchieebenen organisiert: Sachgebiet, Hauptgruppe, Gruppe und Untergruppe. Jedes Produkt erhält darüber einen 8-stelligen Klassifizierungscode. Die Zahlen wachsen mit jedem jährlichen Release.

Warum brauchen Hersteller ECLASS in ihrem PIM?

Große Industrie- und Handelskunden verlangen im Onboarding häufig ECLASS-konforme Produktdaten. Ein PIM-System pflegt diese Daten zentral und ordnet jedem Produkt die passende ECLASS-Klasse mit Merkmalen zu. So lassen sich Kataloge und Kundenportale automatisiert und fehlerarm bedienen. Ohne strukturiertes Data Management bleibt die Klassifizierung manuell und fehleranfällig.

Klassifizierung im PIM, ohne manuelle Nacharbeit

Eine saubere ECLASS-Klassifizierung steht und fällt mit der Datenbasis. Im Produktdaten-Audit prüfen wir, wie weit Ihre Merkmale, Einheiten und Werte ECLASS- und ETIM-konform sind, und zeigen den Weg zu konsistenten Produktdaten über alle Kanäle.

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