Data Management
Was ist der Digitale Produktpass (DPP)?
Der Digitale Produktpass (DPP) ist ein digitaler Datensatz, der ein Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus beschreibt und per Datenträger (meist QR-Code) abrufbar macht. Er ist ein Kerninstrument der EU-Ökodesign-Verordnung ESPR und wird ab 2026 schrittweise verpflichtend, beginnend mit Eisen, Stahl und Batterien. Pflichtdaten betreffen unter anderem Materialzusammensetzung, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit.
Rechtsgrundlage ist die im Juli 2024 in Kraft getretene Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR, Verordnung (EU) 2024/1781). Sie löst die bisherige Ökodesign-Richtlinie ab und macht den Digitalen Produktpass zur zentralen Anforderung. Für jede Produktgruppe legt die EU-Kommission über delegierte Rechtsakte fest, welche Daten verpflichtend sind und ab wann. Der Zugang erfolgt über einen eindeutigen Datenträger am Produkt, etwa einen QR-Code, DataMatrix oder NFC-Tag.
| Produktgruppe | Voraussichtlicher Start | Rechtsrahmen |
|---|---|---|
| Industrie- und E-Fahrzeug-Batterien | ab 18. Februar 2027 | EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 (Batteriepass) |
| Eisen, Stahl und Aluminium | ab 2026/2027 (gestaffelt) | ESPR-Arbeitsplan, delegierter Rechtsakt |
| Textilien (vor allem Bekleidung) | ab 2027 (voraussichtlich) | ESPR, delegierter Rechtsakt in Vorbereitung |
| Reifen | ab 2027 (voraussichtlich) | ESPR-Arbeitsplan 2025 bis 2030 |
| Möbel und Kühlgeräte | ab 2028 (voraussichtlich) | ESPR-Arbeitsplan 2025 bis 2030 |
Stand: Juni 2026. Daten und Fristen folgen dem ESPR-Arbeitsplan (2025 bis 2030) und der EU-Batterieverordnung. Die genauen Anforderungen je Produktgruppe werden über delegierte Rechtsakte festgelegt und konkretisiert sich laufend.
Der Datenträger am Produkt verweist auf den digitalen Datensatz. Ein gestuftes Zugriffskonzept regelt, welche Daten Behörden, Recyclern oder Verbrauchern offenstehen. Die Datenfelder variieren je Produktgruppe.
Welche Daten muss ein Digitaler Produktpass enthalten?
Der Digitale Produktpass bündelt produktbezogene Daten entlang des Lebenszyklus. Die konkreten Pflichtfelder legt die EU-Kommission je Produktgruppe fest, der Rahmen umfasst aber typischerweise:
- Eindeutige Produktidentifikation, etwa GTIN, Seriennummer oder Batch-ID.
- Materialzusammensetzung, Anteil recycelter Materialien und enthaltene Substances of Concern (SCIP).
- Reparierbarkeit, Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Software-Updates.
- Recyclingfähigkeit und Hinweise zur fachgerechten Entsorgung.
- Hersteller- und Lieferanteninformationen inklusive des EU-Verantwortlichen.
Die ESPR sieht ein gestuftes Zugriffskonzept vor: Manche Daten sehen nur Behörden oder zertifizierte Recycler, andere stehen Verbrauchern offen. Diese Differenzierung erfordert, dass Hersteller ihre Produktdaten sauber strukturiert und rollenabhängig steuerbar vorhalten.
Einordnung
Der Digitale Produktpass ist für Hersteller weniger eine Regulatorik-Frage als ein Produktdaten-Projekt, denn die geforderten Felder zu Material, Reparierbarkeit und Recycling liegen meist verstreut über ERP, Excel und Lieferantendokumente. Wer diese Daten bis 2027 nicht aus einer zentralen Quelle wie einem PIM ausspielen kann, gerät bei den ersten Pflicht-Produktgruppen unter Zeitdruck.
Philipp Foreman, Geschäftsführer onacy GmbH
Was bedeutet der DPP für Produktdaten und PIM?
Der Digitale Produktpass macht Produktdaten zur Compliance-Pflicht. Die geforderten Informationen zu Material, Herkunft, Reparierbarkeit und Recycling müssen vollständig, strukturiert und maschinenlesbar vorliegen, und das je Produktgruppe in unterschiedlicher Tiefe. Ein PIM-System ist dafür die naheliegende Datenbasis: Es hält Produktinformationen zentral vor, verknüpft sie mit Lieferanten- und Materialdaten und kann den Datensatz in das geforderte DPP-Format ausspielen.
Ohne strukturiertes Data Management bleibt der DPP ein manueller Kraftakt pro Artikel. Erst wenn Material-, Nachhaltigkeits- und Identifikationsdaten zentral gepflegt und über Standards wie ECLASS klassifiziert sind, lässt sich der Produktpass automatisiert und prüffähig erzeugen. Genau hier setzt onacy als Pimcore Platinum Partner an: Produktdaten so aufstellen, dass regulatorische Anforderungen wie der DPP ohne Doppelpflege bedient werden.
Ab wann gilt der Digitale Produktpass?
Der DPP wird zwischen 2026 und 2030 schrittweise nach Produktgruppen eingeführt. Den Anfang machen ab 2026/2027 Eisen, Stahl und Aluminium sowie ab dem 18. Februar 2027 bestimmte Batterien über den eigenständigen Batteriepass der EU-Batterieverordnung. Ab 2027 folgen voraussichtlich Textilien und Reifen, ab 2028 weitere Gruppen wie Möbel und Kühlgeräte.
Da die konkreten Anforderungen je Produktgruppe über delegierte Rechtsakte festgelegt werden, verschieben sich Detailfristen teilweise. Hersteller betroffener Produktgruppen sollten den Datenaufbau dennoch früh starten, weil die Datenerhebung über die Lieferkette der zeitintensivste Teil ist und sich nicht kurzfristig nachholen lässt.
Häufige Fragen zum Digitalen Produktpass
Was ist der Digitale Produktpass einfach erklärt?
Der Digitale Produktpass ist ein digitaler Datensatz, der ein Produkt über seinen Lebenszyklus beschreibt und über einen Datenträger wie einen QR-Code abrufbar macht. Er ist ein Kerninstrument der EU-Ökodesign-Verordnung ESPR und enthält Daten zu Material, Reparierbarkeit und Recycling. Ab 2026 wird er für erste Produktgruppen wie Eisen, Stahl und Batterien schrittweise verpflichtend.
Für welche Produkte gilt der Digitale Produktpass?
Der DPP wird über die ESPR und produktspezifische Rechtsakte schrittweise eingeführt. Den Anfang machen ab 2026/2027 Eisen, Stahl und Aluminium sowie ab Februar 2027 bestimmte Batterien über den Batteriepass. Ab 2027 folgen voraussichtlich Textilien und Reifen, ab 2028 Möbel und Kühlgeräte. Die EU-Kommission legt je Produktgruppe fest, welche Daten Pflicht sind.
Welche Daten enthält ein Digitaler Produktpass?
Ein DPP enthält typischerweise eine eindeutige Produktidentifikation wie die GTIN, Angaben zur Materialzusammensetzung und zum Recyclatanteil, Informationen zu Reparierbarkeit, Ersatzteilen und Recyclingfähigkeit sowie Hersteller- und Lieferantendaten. Welche Felder verpflichtend sind, definiert die EU-Kommission je Produktgruppe. Ein gestuftes Zugriffskonzept regelt, welche Daten Behörden, Recyclern oder Verbrauchern offenstehen.
Wie hängen Digitaler Produktpass und PIM zusammen?
Der DPP verlangt strukturierte, maschinenlesbare Produktdaten zu Material, Herkunft und Recycling. Ein PIM-System hält genau diese Daten zentral vor und kann sie in das geforderte DPP-Format ausspielen. So lassen sich die Pflichtfelder je Produktgruppe automatisiert befüllen, statt sie pro Artikel manuell zusammenzutragen. Ohne zentrales Data Management bleibt die Erstellung des Produktpasses fehleranfällig und aufwendig.
Produktdaten fit für den Digitalen Produktpass machen
Der DPP steht und fällt mit der Datenbasis. Im Produktdaten-Audit prüfen wir, wie vollständig Ihre Material-, Nachhaltigkeits- und Identifikationsdaten vorliegen, und zeigen den Weg zu einem DPP-fähigen Datenfundament, das je Produktgruppe ausgespielt werden kann.
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