Data Management

Was ist OCI / Punch-Out (Open Catalog Interface)?

OCI (Open Catalog Interface) ist eine von SAP entwickelte, offene Schnittstelle für den Punch-Out: Aus dem eigenen Beschaffungssystem springt der Einkäufer per HTTP/HTTPS direkt in den Online-Katalog des Lieferanten, stellt dort einen Warenkorb zusammen und übergibt ihn samt Produktdaten und Preisen zurück ins Beschaffungssystem. So entfällt die Pflege fremder Kataloge im eigenen System.

OCI steht für Open Catalog Interface und beschreibt das Punch-Out-Prinzip in der B2B-Beschaffung. Der Einkäufer verlässt scheinbar das Beschaffungssystem, kauft im Lieferanten-Shop ein und kehrt mit dem fertigen Warenkorb zurück, ohne den Beschaffungsprozess zu verlassen. OCI ist nicht mit Oracle Cloud Infrastructure zu verwechseln, die dieselbe Abkürzung trägt. Gemeint ist hier ausschließlich die Beschaffungsschnittstelle.

Kriterium OCI / Punch-Out Statischer Katalog (z. B. BMEcat)
Prinzip Live-Sprung in den Lieferanten-Shop, Warenkorb-Rückgabe Vorab importierter Katalog im Beschaffungssystem
Aktualität Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit aus dem Shop Stand des letzten Katalog-Imports
Pflegeaufwand beim Kunden Gering, kein Fremdkatalog im eigenen System Höher, Katalogdaten müssen importiert und aktualisiert werden
Konfigurierbare Produkte Gut abbildbar über die Shop-Logik des Lieferanten Nur eingeschränkt abbildbar
Verbreitung SAP-Umfeld (SRM, S/4HANA, Ariba) und viele weitere Systeme Branchenübergreifend für Standardsortimente etabliert

Stand: Juni 2026. Verbreitete OCI-Versionen sind 4.0 und 5.0; mit Version 5.0 kam unter anderem JSON-Unterstützung hinzu.

So läuft ein OCI Punch-Out ab
So laeuft ein OCI Punch-Out ab 1. Einkaeufer im Beschaffungssystem 2. Punch-Out in den Lieferantenkatalog 3. Warenkorb im Shop zusammenstellen 4. Rückgabe des Warenkorbs per OCI ERGEBNIS Bestellung im eigenen ERP

Der Einkäufer springt aus dem Beschaffungssystem in den Lieferantenkatalog, stellt einen Warenkorb zusammen und übergibt ihn per OCI zurück. Die Bestellung entsteht anschließend im eigenen ERP-System.

Wofür wird OCI / Punch-Out in der Beschaffung genutzt?

OCI verbindet das Beschaffungssystem des Einkäufers mit dem Online-Katalog des Lieferanten, ohne dass der Kunde den fremden Katalog selbst pflegen muss. Typische Einsatzfelder:

  • Anbindung von Lieferanten-Shops an Beschaffungsplattformen großer Industrie- und Handelskunden.
  • Einkauf von Sortimenten mit häufig wechselnden Preisen und Verfügbarkeiten in Echtzeit.
  • Abbildung konfigurierbarer oder variantenreicher Produkte über die Logik des Lieferanten-Shops.
  • Reduktion des Pflegeaufwands, weil kein Fremdkatalog im Beschaffungssystem vorgehalten werden muss.

Für mittelständische Hersteller, die große Kunden mit SAP-basierter Beschaffung beliefern, ist eine OCI-Anbindung des eigenen Shops oft die Voraussetzung, um in den Einkaufsprozess des Kunden aufgenommen zu werden.

Einordnung

OCI wird im Mittelstand oft als reines IT-Thema behandelt, ist aber zuerst eine Vertriebsfrage: Wer große Kunden mit SAP-Beschaffung beliefert, kommt um eine Punch-Out-Anbindung des eigenen Shops kaum herum. Der häufigste Fehler ist, die Schnittstelle technisch sauber aufzusetzen, aber mit lückenhaften Produktdaten zu befüllen. Dann übergibt der Punch-Out falsche Preise oder Varianten, und der Einkäufer verliert das Vertrauen in den Lieferanten-Shop.

Philipp Foreman, Geschäftsführer onacy GmbH

Wie hängen OCI und der eigene Onlineshop zusammen?

Damit ein Punch-Out funktioniert, muss der Lieferanten-Shop die OCI-Schnittstelle bedienen: Er nimmt den Einkäufer per Login entgegen, zeigt die kundenspezifischen Preise an und gibt den Warenkorb in einem definierten Format zurück. Diese OCI-Fähigkeit ist eine Frage der Integrationen und Schnittstellen des Shops.

Im Hintergrund hängt die Qualität des Punch-Out an den Produktdaten. Nur wenn Artikel, Varianten, Einheiten und kundenspezifische Preise sauber im PIM-System und im Shop gepflegt sind, übergibt OCI korrekte Warenkörbe. Ein durchgängiges Data Management ist deshalb die Grundlage für eine belastbare Punch-Out-Anbindung.

OCI / Punch-Out oder statischer Katalog, was passt für wen?

Punch-Out und statischer Katalog sind zwei Wege, einen Lieferanten an die Beschaffung anzubinden. Beim statischen Katalog importiert der Kunde die Daten, etwa als BMEcat, einmalig in sein System und pflegt Aktualisierungen nach. Beim Punch-Out greift er live auf den Shop des Lieferanten zu.

Statische Kataloge passen für stabile Standardsortimente mit wenig Preisdynamik. OCI / Punch-Out spielt seine Stärken aus, wenn Preise und Verfügbarkeiten häufig wechseln oder Produkte konfigurierbar sind. Viele Lieferanten bieten beides parallel an, weil unterschiedliche Kunden unterschiedliche Anbindungen verlangen. Beide Wege setzen konsistente Produktdaten voraus.

Häufige Fragen zu OCI / Punch-Out

Was ist OCI / Punch-Out einfach erklärt?

OCI (Open Catalog Interface) ist eine von SAP entwickelte Schnittstelle für den Punch-Out. Der Einkäufer springt aus seinem Beschaffungssystem direkt in den Online-Katalog des Lieferanten, stellt einen Warenkorb zusammen und übergibt ihn samt Produktdaten und Preisen zurück. So muss der Kunde keinen Fremdkatalog im eigenen System pflegen und arbeitet trotzdem im gewohnten Beschaffungsprozess.

Ist OCI dasselbe wie Oracle Cloud Infrastructure?

Nein. Im Beschaffungs- und E-Commerce-Kontext steht OCI für Open Catalog Interface, die von SAP entwickelte Punch-Out-Schnittstelle. Oracle Cloud Infrastructure trägt zwar dieselbe Abkürzung, hat damit aber nichts zu tun. Auf dieser Seite ist ausschließlich das Open Catalog Interface für die B2B-Beschaffung gemeint.

Was ist der Unterschied zwischen OCI Punch-Out und einem statischen Katalog?

Beim statischen Katalog importiert der Kunde die Lieferantendaten, etwa als BMEcat, in sein Beschaffungssystem und pflegt Aktualisierungen nach. Beim OCI Punch-Out greift er live auf den Shop des Lieferanten zu und sieht Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit. Punch-Out eignet sich für dynamische oder konfigurierbare Sortimente, statische Kataloge für stabile Standardsortimente.

Welche OCI-Versionen gibt es?

Verbreitet sind vor allem OCI 4.0 und OCI 5.0. Mit Version 5.0 kam unter anderem die Unterstützung von JSON hinzu, ergänzend zur klassischen Übergabe per HTML-Formularfeldern. OCI wird von gängigen SAP-Systemen wie SAP SRM, SAP S/4HANA und SAP Ariba unterstützt und ist darüber hinaus in vielen weiteren Beschaffungssystemen etabliert.

Punch-Out, der korrekte Warenkörbe übergibt

Eine OCI-Anbindung ist nur so gut wie die Produktdaten dahinter. Im Daten- und Integrations-Audit prüfen wir, ob Ihre Artikel, Varianten und kundenspezifischen Preise punch-out-fähig sind, und zeigen den Weg zu einer Shop-Anbindung, die Ihre großen Kunden im Einkauf überzeugt.

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