Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026
Die Shopware B2B Components sind sechs modulare B2B-Funktionsbausteine, die nativ in die Shopware-Plattform integriert sind: Quote Management, Employee Management, Quick Order, Budgetverwaltung, individuelle Preislisten und Approval Rules. Sie ersetzen die nicht mehr weiterentwickelte B2B Suite und lassen sich im Gegensatz zu ihr einzeln aktivieren, konfigurieren und wieder deaktivieren. Verfügbar sind die B2B Components ab dem Shopware-Plan Evolve sowie in Beyond, ohne separate Lizenzkosten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Shopware B2B Components umfassen sechs Module: Quote Management, Employee Management, Quick Order, Budgetverwaltung, individuelle Preislisten und Approval Rules.
- Jede Component lässt sich einzeln aktivieren; das ersetzt das All-or-Nothing-Prinzip der alten B2B Suite.
- Die B2B Suite wird von Shopware nicht mehr weiterentwickelt, der Umstieg auf die B2B Components ist deshalb eine strategische Notwendigkeit.
- In den Shopware-Plänen Evolve und Beyond sind die B2B Components ohne zusätzliche Lizenzkosten enthalten (Stand: Juni 2026).
- Eine Migration von der B2B Suite zu den B2B Components dauert in der Regel vier bis zwölf Wochen.
B2B-Commerce ist kein B2C mit größeren Bestellmengen. Wer Fachhändler, Wiederverkäufer oder Unternehmenskunden bedient, braucht andere Logik: individuelle Preise, Freigabeprozesse, Budgetlimits, Schnellbestellungen über Artikelnummern. Lange war die Shopware B2B Suite die Standardantwort auf diese Anforderungen, heute übernehmen die modularen B2B Components diese Aufgabe. Was die einzelnen Module leisten, für wen sie sich lohnen und was beim Umstieg zu beachten ist, zeigt dieser Artikel.
Warum hat Shopware die B2B Suite durch B2B Components ersetzt?
Das Problem mit der monolithischen B2B Suite
Die B2B Suite war lange das Herzstück des Shopware-B2B-Angebots. Sie bündelte alle relevanten Funktionen in einem Paket: Rollenverwaltung, Schnellbestellung, Angebotsprozesse, Budgetkontrolle. Das klang nach einem vollständigen Rundum-Paket, war in der Praxis aber mit spürbaren Einschränkungen verbunden.
Das grundlegende Problem: Die B2B Suite folgte einem All-or-Nothing-Prinzip. Wer eine einzige Funktion benötigte, zum Beispiel Schnellbestellung für seine Außendienstmitarbeiter, musste das gesamte Paket aktivieren. Das führte zu unnötiger Komplexität, erhöhtem Wartungsaufwand und Abhängigkeiten, die bei Updates immer wieder zu Problemen führten.
Hinzu kam: Die B2B Suite war technisch eng an bestimmte Shopware-Versionen gebunden. Jedes Update erforderte Kompatibilitätsprüfungen, manuelle Anpassungen und in vielen Fällen erheblichen Entwicklungsaufwand. Für mittelständische Unternehmen, die schnell auf Marktveränderungen reagieren müssen, war das kein tragfähiges Modell.
Der modulare Ansatz der B2B Components
Shopware hat die Architektur von Grund auf neu gedacht. Die B2B Components sind keine Erweiterung mehr, die auf Shopware aufgesetzt wird, sondern ein integrierter Bestandteil der Plattform. Jede Component ist ein eigenständiges Modul, das sich unabhängig aktivieren, konfigurieren und bei Bedarf auch wieder deaktivieren lässt. Die Konfiguration und Integration erfordert allerdings eine erfahrene Shopware-Agentur, die sowohl die technische Umsetzung als auch die strategische Ausrichtung beherrscht.
Das hat konkrete Vorteile für den Betrieb:
- Selektive Aktivierung: Wer nur Schnellbestellung braucht, aktiviert nur Quick Order.
- Geringere technische Schuld: Weniger aktive Module bedeuten weniger Angriffsfläche bei Updates.
- Skalierbarkeit: Das Setup wächst mit den Anforderungen. Neue Components lassen sich nachträglich hinzufügen.
- Tiefere Plattformintegration: Die Components sind nativ in Shopware eingebettet, nicht als externes Plugin aufgeschraubt.
Die B2B Components sind in den Shopware-Plänen „Evolve“ und „Beyond“ enthalten. Für Unternehmen, die bereits einen dieser Pläne nutzen, ist keine separate Lizenz erforderlich. Welcher Plan zu welchem Shop passt, zeigt unser Vergleich Shopware Rise, Evolve oder Beyond. Einen Überblick über das gesamte Projektbudget gibt die Seite Shopware Kosten.
„Die wichtigste Entscheidung bei den B2B Components ist nicht, welche Module man aktiviert, sondern welche man bewusst weglässt. Jede aktive Component bedeutet Konfigurations- und Testaufwand bei jedem Release. Wer mit zwei Modulen startet und nach Bedarf erweitert, fährt fast immer besser als mit dem Vollausbau am ersten Tag.“
![]()
Philipp Foreman
Geschäftsführer, onacy GmbH
Was leisten die 6 B2B Components im Detail?

Quote Management (Angebots-Management)
Komplexe B2B-Kaufprozesse laufen selten direkt über den Warenkorb ab. Einkäufer stellen Anfragen, Verkäufer verhandeln Konditionen, Preise werden individuell ausgehandelt. Das Quote Management bildet diesen Prozess direkt im Shop ab.
Wie es funktioniert: Kunden können aus ihrem Warenkorb heraus eine Angebotsanfrage stellen. Das Vertriebsteam sieht diese Anfrage im Backend, kann Positionen anpassen, Preise verändern und ein verbindliches Angebot zurückschicken. Der Kunde erhält das Angebot im eigenen Kundenbereich, kann es annehmen, ablehnen oder nachverhandeln. Wird das Angebot angenommen, wandelt es sich automatisch in eine Bestellung um.
Relevant für: Hersteller mit individuellen Kundenkonditionen, Großhändler mit verhandelbaren Listenpreisen, Unternehmen mit längeren Verkaufszyklen.
Employee Management (Rollen und Rechte)
In B2B-Unternehmen kaufen selten Einzelpersonen ein. Hinter einem Kundenkonto stehen oft mehrere Mitarbeiter mit unterschiedlichen Berechtigungen: der Einkäufer darf bestellen, der Abteilungsleiter muss ab einem bestimmten Betrag freigeben, der Controller hat nur Lesezugriff auf Bestellhistorie und Rechnungen.
Das Employee Management bildet diese Strukturen ab. Administratoren können beliebig viele Mitarbeiterkonten anlegen und ihnen vordefinierte oder individuelle Rollen zuweisen. Rollen steuern den Zugriff auf bestimmte Bereiche des Shops und definieren, welche Aktionen erlaubt sind.
Typische Rollenstruktur in der Praxis:
- Einkäufer: kann Bestellungen aufgeben bis zu einem definierten Limit
- Senior Buyer: kann Bestellungen ohne Limit aufgeben
- Freigeber: genehmigt Bestellungen untergeordneter Mitarbeiter
- Viewer: sieht Bestellhistorie, kann aber nicht bestellen
Quick Order (Schnellbestellung)
Professionelle Einkäufer kennen ihre Artikelnummern. Sie wollen nicht durch Kategorien navigieren, Produktbilder betrachten oder Beschreibungen lesen. Sie wollen eine Artikelnummer eingeben, Menge definieren, in den Warenkorb legen, fertig.
Quick Order ermöglicht genau das. Über eine spezielle Eingabemaske können Nutzer Artikelnummern direkt eintippen oder per CSV-Datei hochladen. Das System erkennt die Produkte, prüft die Verfügbarkeit und übergibt den gesamten Warenkorb in einem Schritt.
Besonders nützlich bei: wiederkehrenden Bestellungen mit gleichen oder ähnlichen Produktlisten, Außendienstmitarbeitern, die vor Ort beim Kunden bestellen, Unternehmen, die aus ERP-Systemen Bestelllisten exportieren.
Budgetverwaltung
Für Unternehmen mit strikter Kostenkontrolle ist die Budgetverwaltung ein zentrales Feature. Admins können für einzelne Mitarbeiter oder ganze Abteilungen Budgetlimits festlegen: monatlich, quartalsweise oder für einen definierten Zeitraum.
Sobald ein Einkäufer sein Budget ausgeschöpft hat, wird der Bestellprozess automatisch unterbrochen. Je nach Konfiguration kann der Mitarbeiter eine Freigabe anfordern oder ist bis zur nächsten Budgetperiode gesperrt. Das schafft Transparenz für den Einkauf und erleichtert die interne Budgetplanung erheblich.
Kombiniert mit dem Employee Management und den Approval Rules entsteht ein vollständiges internes Kontrollsystem, das auch strengen Compliance-Anforderungen standhält.
Individuelle Preislisten
Kein B2B-Unternehmen verkauft an alle Kunden zum selben Preis. Stammkunden erhalten andere Konditionen als Neukunden. Großabnehmer handeln Rabatte aus, die kleinere Händler nicht erhalten. Regionale Distributoren haben eigene Preisvereinbarungen.
Die Component für individuelle Preislisten macht es möglich, für einzelne Kundengruppen oder sogar für spezifische Kundenkonten eigene Preisstrukturen zu hinterlegen. Diese Preise sind nur für den jeweiligen Kunden nach dem Login sichtbar. Der Shopbetreiber verwaltet alle Preislisten zentral im Backend.
Für Hersteller mit komplexen Händlerstrukturen, die etwa auf einem eigenen Händlerportal arbeiten, ist diese Component oft der wichtigste Baustein überhaupt. Wie sich damit auch vielstufige Rabattlogiken abbilden lassen, zeigt unser Artikel Individual Pricing für komplexe Preisstrukturen.
Approval Rules (Genehmigungsprozesse)
Bestellungen ab einem bestimmten Betrag brauchen eine Freigabe. Das ist in vielen Unternehmen gelebte Praxis und oft auch regulatorische Anforderung. Approval Rules automatisieren diesen Prozess direkt im Shop.
Admins definieren Regeln: ab welchem Bestellwert eine Freigabe nötig ist, wer freigeben darf und was passiert, wenn der Freigeber nicht reagiert. Der Einkäufer schickt die Bestellung zur Genehmigung. Der zuständige Freigeber erhält eine Benachrichtigung, prüft die Bestellung und gibt sie frei oder lehnt sie ab. Erst nach erfolgreicher Freigabe wird die Bestellung verbindlich.
Die Approval Rules lassen sich mit dem Employee Management und der Budgetverwaltung kombinieren, um mehrstufige Freigabeprozesse abzubilden.
B2B Suite vs. B2B Components: Was hat sich geändert?

Die folgende Feature-Tabelle vergleicht beide Ansätze über 16 Kriterien (Stand: Juni 2026):
| Kriterium | B2B Suite (alt) | B2B Components (neu) |
|---|---|---|
| Architektur | Monolithisch, All-or-Nothing | Modular, einzeln aktivierbar |
| Integration | Plugin/Erweiterung | Nativ in Shopware integriert |
| Verfügbarkeit | Separates Lizenzmodell | Enthalten in Evolve und Beyond |
| Weiterentwicklung | Eingestellt | Aktiv weiterentwickelt |
| Update-Kompatibilität | Manueller Aufwand bei Updates | Automatisch mit Shopware-Updates |
| Konfigurationsaufwand | Komplex, zentrale Konfiguration | Modular, je Component separat |
| Skalierbarkeit | Begrenzt durch Monolith | Flexibel erweiterbar |
| Entwicklungsaufwand | Hoch bei Anpassungen | Geringer durch Plattform-Integration |
| Angebots-Management | Teil des Gesamtpakets | Quote Management, einzeln aktivierbar |
| Rollen und Rechte | Teil des Gesamtpakets | Employee Management, einzeln aktivierbar |
| Schnellbestellung | Teil des Gesamtpakets | Quick Order inkl. CSV-Upload, einzeln aktivierbar |
| Budgetkontrolle | Teil des Gesamtpakets | Budgetverwaltung, einzeln aktivierbar |
| Genehmigungsprozesse | Teil des Gesamtpakets | Approval Rules, kombinierbar mit Budgets und Rollen |
| Individuelle Preislisten | Über Kundengruppen-Logik | Eigene Component, je Kundengruppe oder Kundenkonto |
| Sicherheitsupdates | Nicht dauerhaft garantiert | Teil des regulären Shopware-Release-Zyklus |
| Zukunftssicherheit | Auslaufmodell | Strategische B2B-Basis von Shopware |
Der fundamentale Unterschied liegt in der Philosophie: Die B2B Suite war ein externes Produkt, das auf Shopware aufgesetzt wurde. Die B2B Components sind Bestandteil von Shopware selbst. Das hat weitreichende Konsequenzen für Wartbarkeit, Entwicklungsaufwand und langfristige Planungssicherheit.
Für wen lohnen sich die B2B Components?
Hersteller mit Händlernetzwerk
Hersteller, die über ein eigenes Händlerportal verkaufen, wie es etwa die Pfreundt Case Study zeigt, profitieren besonders von der Kombination aus individuellen Preislisten und Employee Management. Verschiedene Händlergruppen erhalten unterschiedliche Einkaufspreise, Mengenrabatte werden automatisch berechnet, und jeder Händler verwaltet seine eigenen Mitarbeiterkonten selbst.
Der Hersteller behält die zentrale Kontrolle über Preise und Sortiment, während die Händler im Portal eigenständig agieren können. Das reduziert den administrativen Aufwand auf Herstellerseite erheblich.
B2B-Unternehmen mit komplexen Freigabeprozessen
Für Unternehmen, bei denen Einkaufsentscheidungen durch mehrere Instanzen gehen, sind die Approval Rules in Kombination mit der Budgetverwaltung ein echter Mehrwert. Statt Freigaben per E-Mail oder Telefon zu koordinieren, läuft der gesamte Prozess im Shop ab: transparent, dokumentiert und automatisiert.
Das ist besonders relevant für Unternehmen aus regulierten Branchen, für börsennotierte Gesellschaften mit strikten Compliance-Anforderungen und für internationale Konzerne mit komplexen Einkaufsstrukturen.
Unternehmen, die von der B2B Suite migrieren
Wer aktuell noch die B2B Suite betreibt, steht vor einer klaren Entscheidung: Die Suite wird nicht mehr weiterentwickelt. Sicherheitsupdates und Bugfixes können nicht dauerhaft garantiert werden. Der Umstieg auf die B2B Components ist kein optionales Upgrade, sondern eine strategische Notwendigkeit.
Die gute Nachricht: Für Shopware-Nutzer mit Evolve- oder Beyond-Plan sind die B2B Components bereits lizenziert. Der Umstieg ist in erster Linie eine technische Migration, keine weitere Investition in Lizenzen.
„Wer heute noch auf der B2B Suite sitzt, hat kein Software-Problem, sondern ein Termin-Problem. Die Migration lässt sich sauber in vier bis zwölf Wochen planen, aber nur solange man den Zeitpunkt selbst bestimmt. Wer wartet, bis ein Sicherheitsthema den Termin diktiert, migriert unter dem schlechtestmöglichen Druck.“
![]()
Philipp Foreman
Geschäftsführer, onacy GmbH
Was decken die B2B Components nicht ab (und wann ist Custom-Entwicklung nötig)?
Die B2B Components decken die häufigsten B2B-Anforderungen ab, sind aber kein universelles Allheilmittel. Es gibt Szenarien, in denen individuelle Entwicklung notwendig bleibt.
Grenzen der Standard-Components:
- Komplexe ERP-Integration: Die Components bieten keine native, tiefe Synchronisation mit ERP-Systemen wie SAP, Microsoft Dynamics oder proALPHA. Preise, Lagerbestände und Bestellungen müssen über Schnittstellen angebunden werden, die individuell entwickelt oder durch Middleware-Lösungen abgedeckt werden.
- Mehrstufige Händlerstrukturen: Wer nicht nur direkte Händler, sondern auch Sub-Händler oder mehrstufige Vertriebsnetze abbilden muss, stößt mit den Standard-Components schnell an Grenzen. Hier ist eine auf die Struktur zugeschnittene Erweiterung sinnvoller.
- Individuelle Checkout-Logik: Wenn Bestellprozesse nach branchenspezifischen Regeln ablaufen müssen, die über Standard-Freigabeprozesse hinausgehen, braucht es Custom-Entwicklung.
- PIM-Anbindung: Die Components steuern den Kaufprozess, nicht das Produktdatenmanagement. Wer Produktinformationen zentral verwalten und an verschiedene Kanäle ausspielen will, braucht eine PIM-Lösung wie Pimcore als eigenständiges System, das mit Shopware integriert wird.
Die Faustregel: Wenn mehr als zwei der oben genannten Punkte zutreffen, lohnt sich ein strukturierter Workshop, der den tatsächlichen Anforderungsumfang erfasst und eine passende Architektur definiert. Mehr dazu unter B2B Commerce Beratung.
Wie funktioniert die Migration von der B2B Suite zu den B2B Components?
Zeitrahmen und Aufwand
Eine vollständige Migration von der B2B Suite zu den B2B Components dauert in der Regel vier bis zwölf Wochen. Die Bandbreite erklärt sich durch die unterschiedliche Komplexität der bestehenden Setups.
Einfache Setups mit wenigen Kundengruppen, überschaubaren Anpassungen und sauberer Datenbasis liegen eher bei vier bis sechs Wochen. Komplexere Umgebungen mit vielen individuellen Anpassungen, tief angebundenen ERP-Systemen und umfangreichen Kundendaten benötigen acht bis zwölf Wochen.
Wer gleichzeitig auf eine neue Shopware-Version umsteigt, zum Beispiel im Rahmen einer Shopware 5 auf 6 Migration, sollte die Projekte kombinieren. Eine gemeinsame Migration ist effizienter als zwei separate Projekte.
Was migriert wird, was neu aufgesetzt werden muss
Bei der Migration von der B2B Suite zu den B2B Components kann nicht alles 1:1 übertragen werden. Ein ehrlicher Blick auf den tatsächlichen Aufwand hilft bei der Planung:
Was in der Regel migriert werden kann:
- Kundenkonten und Zuordnungen
- Bestellhistorie (sofern im Standardformat)
- Grundlegende Preisgruppen-Zuordnungen
Was neu aufgesetzt werden muss:
- Rollen und Berechtigungsstrukturen im neuen Employee Management
- Approval Rules nach der neuen Logik der Components
- Budgets pro Mitarbeiter oder Abteilung
- Individuelle Preislisten in der neuen Struktur
- Custom-Anpassungen, die für die B2B Suite entwickelt wurden
Besonders die Custom-Anpassungen der alten B2B Suite müssen auf Kompatibilität geprüft werden. In vielen Fällen können Funktionen, die früher individuell entwickelt wurden, nun durch die nativen Components abgedeckt werden, was den Wartungsaufwand langfristig reduziert.
Eine detaillierte Bestandsaufnahme des aktuellen Setups ist der wichtigste erste Schritt. Auf dieser Basis lässt sich realistisch einschätzen, welche Funktionen migrierbar sind, was neu gebaut werden muss und ob sich der Umstieg mit weiteren technischen Modernisierungsmaßnahmen verbinden lässt.
Fazit und nächste Schritte
Die Shopware B2B Components sind mehr als ein Upgrade der B2B Suite. Sie repräsentieren einen grundlegend anderen Ansatz: weg vom monolithischen Paket, hin zu modularen Bausteinen, die sich an den tatsächlichen Anforderungen eines Unternehmens orientieren.
Für Unternehmen, die aktuell noch die B2B Suite betreiben, ist der Handlungsbedarf klar. Die Suite wird nicht weiterentwickelt. Je länger der Umstieg hinausgezögert wird, desto größer wird die technische Schuld. Für Unternehmen, die neu in den B2B-Commerce einsteigen oder ihre bestehende Lösung professionalisieren wollen, bieten die B2B Components eine solide, zukunftssichere Basis.
Wer prüfen möchte, welche Components für das eigene Szenario relevant sind und welcher Aufwand mit einer Migration verbunden ist, findet auf der Leistungsseite zu den B2B Components einen strukturierten Einstieg. Alternativ bietet sich ein direktes Gespräch mit dem Shopware-Team von onacy an, um den individuellen Handlungsbedarf zu klären.
Häufige Fragen zu den Shopware B2B Components
Was sind die Shopware B2B Components?
Die Shopware B2B Components sind sechs modulare B2B-Funktionsbausteine, die nativ in Shopware integriert sind: Quote Management, Employee Management, Quick Order, Budgetverwaltung, individuelle Preislisten und Approval Rules. Anders als die frühere B2B Suite lassen sie sich einzeln aktivieren und konfigurieren. Shops aktivieren nur die Module, die sie tatsächlich brauchen, und erweitern das Setup bei Bedarf später um weitere Components.
In welchen Shopware-Plänen sind die B2B Components enthalten?
Die B2B Components sind in den Shopware-Plänen Evolve und Beyond enthalten, eine separate Lizenz ist dort nicht erforderlich (Stand: Juni 2026). Im Einstiegsplan Rise und in der Community Edition stehen sie nicht zur Verfügung. Wer B2B-Funktionen benötigt, plant ein nötiges Plan-Upgrade deshalb am besten von Anfang an in die Kostenkalkulation des Projekts ein.
Wird die Shopware B2B Suite noch weiterentwickelt?
Nein. Shopware hat die Weiterentwicklung der B2B Suite eingestellt und setzt strategisch auf die modularen B2B Components. Sicherheitsupdates und Bugfixes für die Suite sind nicht dauerhaft garantiert. Wer die B2B Suite noch produktiv betreibt, sollte die Migration aktiv planen, statt zu warten, bis ein Sicherheits- oder Kompatibilitätsproblem den Zeitpunkt vorgibt.
Wie lange dauert die Migration von der B2B Suite zu den B2B Components?
Eine vollständige Migration dauert in der Regel vier bis zwölf Wochen. Einfache Setups mit wenigen Kundengruppen und sauberer Datenbasis liegen bei vier bis sechs Wochen, komplexe Umgebungen mit ERP-Anbindung und vielen Custom-Anpassungen bei acht bis zwölf Wochen. Kundenkonten und Bestellhistorie lassen sich meist übernehmen; Rollen, Budgets und Approval Rules werden in der neuen Struktur neu aufgesetzt.
Welche Anforderungen decken die B2B Components nicht ab?
Die B2B Components decken die häufigsten B2B-Anforderungen ab, stoßen aber bei tiefen ERP-Integrationen (etwa SAP oder Microsoft Dynamics), mehrstufigen Händlerstrukturen mit Sub-Händlern und branchenspezifischer Checkout-Logik an Grenzen. Auch das Produktdatenmanagement gehört nicht dazu: Dafür wird ein PIM-System wie Pimcore mit Shopware integriert. In diesen Fällen ergänzt individuelle Entwicklung die Standard-Components.
Autor
Philipp Foreman
Geschäftsführer, onacy GmbH
Philipp Foreman begleitet mittelständische B2B-Unternehmen beim Aufbau leistungsfähiger Commerce-Plattformen auf Basis von Shopware. Er berät von der Systemauswahl und Architekturentscheidung über die Implementierung der B2B Components bis zur langfristigen Weiterentwicklung der Shop-Plattform.
Was ist die Shopware B2B Suite?
Die Shopware B2B Suite war das lizenzpflichtige Funktionspaket, das Shopware 6 um B2B-Kernfunktionen erweitert hat: kundenindividuelle Preise, Rollen- und Rechteverwaltung, Schnellbestellung (Re-Order) und Angebotsfreigaben. Shopware hat die Suite inzwischen durch die modularen B2B Components abgelöst, die dieselben Anwendungsfälle einzeln aktivierbar abdecken (Stand: Juni 2026).
| B2B-Funktion | Was sie leistet | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|
| Kundenindividuelle Preise | Eigene Preislisten und Rabatte je Kundengruppe oder Einzelkunde | Fachhandel mit Staffel- und Vertragspreisen |
| Rollen und Rechte | Mehrere Besteller pro Kundenkonto mit abgestuften Berechtigungen | Einkaufsorganisationen mit Freigabe-Hierarchie |
| Schnellbestellung (Re-Order) | Nachbestellung per Artikelnummer, CSV-Import oder aus der Bestellhistorie | Wiederkehrende Großbestellungen |
| Angebote (Quote Management) | Angebotsanfrage und Freigabe direkt im Shop statt per E-Mail | Verhandelbare Mengen- und Projektpreise |
| Budgets und Freigaben | Bestelllimits und Approval Rules je Rolle | Kontrolle über dezentrale Beschaffung |
Mehr Kontext: Wie onacy B2B-Shops umsetzt, zeigt unsere Leistung B2B-Commerce. Den Plattform-Fit beschreiben wir unter B2B-Commerce mit Shopware, die Datenbasis dahinter unter Shopware PIM.
Weitere Fragen zur Shopware B2B Suite
Was ist die Shopware B2B Suite?
Die Shopware B2B Suite war ein lizenzpflichtiges Plugin-Paket, das Shopware 6 um klassische B2B-Funktionen erweitert hat: kundenindividuelle Preise, Rollen- und Rechteverwaltung, Schnellbestellung und Angebotsfreigaben. Shopware hat die Suite zugunsten der modularen B2B Components abgelöst und entwickelt sie nicht mehr aktiv weiter. Neue B2B-Projekte setzen deshalb auf die Components.
Was kostet die Shopware B2B Suite?
Die B2B-Funktionen sind heute an die Shopware-Pläne gebunden statt an eine separate Suite-Lizenz: In den Plänen Evolve und Beyond sind die B2B Components ohne Zusatzlizenz enthalten (Stand: Juni 2026), in Rise und der Community Edition nicht. Die Gesamtkosten hängen vom Plan, vom Funktionsumfang und vom Integrationsaufwand ab und werden projektspezifisch kalkuliert.
Worin unterscheidet sich Shopware B2B von B2C?
Im B2B brauchen Shops Funktionen, die B2C nicht kennt: kundenindividuelle Preise und Preislisten, Bestellungen auf Rechnung, Rollen- und Budgetfreigaben, Angebotsprozesse und schnelle Nachbestellung großer Mengen. Shopware bildet das über die B2B Components ab. B2C-Shops optimieren dagegen eher auf Einzelkäufe, Conversion und Reichweite, nicht auf Einkaufsorganisationen mit mehreren Bestellern.
Brauche ich für Shopware B2B ein PIM-System?
Sobald ein B2B-Shop viele Varianten, technische Attribute und mehrere Vertriebskanäle pflegt, lohnt sich ein PIM-System wie Pimcore als zentrale Datenquelle für Shopware. Die B2B Components decken Preise, Rollen und Bestellprozesse ab, aber kein Produktdatenmanagement. Saubere, vollständige Produktdaten sind die Voraussetzung dafür, dass kundenindividuelle Sortimente und Preise im Shop überhaupt korrekt ausgespielt werden.
