B2B-Commerce

Was ist ein B2B-Shopsystem?

Ein B2B-Shopsystem ist eine Software-Kategorie für Online-Shops im Geschäftskundenvertrieb. Anders als ein reiner B2C-Shop bildet es die Besonderheiten des B2B-Handels ab: Kundengruppen mit individuellen Preisen, Staffelpreise, Freigabeprozesse, OCI-/Punch-out-Anbindung an Beschaffungssysteme und Rechnungskauf. Es ist die Software-Ebene, auf der digitaler B2B-Handel abgewickelt wird.

Der Begriff bezeichnet nicht den Handel selbst (das ist B2B-Commerce), sondern die konkrete Plattform, mit der ein Hersteller, Großhändler oder Distributor seine gewerblichen Kunden online bedient. Ein B2B-Shopsystem verwaltet komplexe Sortimente, kundenindividuelle Konditionen und mehrstufige Organisationen auf Kundenseite. Bekannte Systeme im DACH-Raum sind Shopware, Adobe Commerce (Magento), OroCommerce und Intershop. Welches System passt, hängt von Sortimentskomplexität, bestehender IT-Landschaft und den Anforderungen der Bestandskunden ab.

Funktion Was sie leistet Warum sie im B2B Pflicht ist
Kundengruppen Segmentierung der Kunden mit eigenen Preisen, Sortimenten und Sichtbarkeiten Jeder Geschäftskunde hat verhandelte Konditionen, ein Einheitspreis existiert im B2B nicht
Staffelpreise Mengenabhängige Preise, die sich ab definierten Abnahmemengen automatisch anpassen B2B-Bestellungen laufen überwiegend über Mengen, Rabattlogik muss abbildbar sein
OCI / Punch-out Anbindung an die Beschaffungssysteme (E-Procurement) der Kunden Großkunden bestellen aus ihrem eigenen ERP oder SRM heraus, nicht im Shop-Frontend
Freigabeprozesse Mehrstufige Genehmigung von Bestellungen (Besteller, Genehmiger, Budgetgrenzen) Einkaufsorganisationen trennen Bestellung und Freigabe, oft mit Wertgrenzen
Rechnungskauf Kauf auf Rechnung mit Zahlungszielen und individuellen Kreditlimits Rechnung mit Zahlungsziel ist im B2B die Standard-Zahlart, nicht die Ausnahme

Stand: August 2026. Die Funktionen bilden den typischen Pflichtumfang eines B2B-Shopsystems ab, der konkrete Funktionsumfang unterscheidet sich je System.

Wo ein B2B-Shopsystem im Systemstack sitzt
Wo ein B2B-Shopsystem im Systemstack sitzt PIM Produktdaten ERP Preise, Bestand, Auftrag B2B-Shopsystem Kundengruppen, Staffelpreise, Freigaben, Rechnungskauf Geschäftskunde Shop-Frontend Beschaffung via OCI / Punch-out

Das B2B-Shopsystem bezieht Produktdaten aus dem PIM und Preise, Bestand sowie Aufträge aus dem ERP. Nach vorn bedient es sowohl das Shop-Frontend als auch die Beschaffungssysteme der Kunden. Die Darstellung ist vereinfacht.

Was unterscheidet ein B2B-Shopsystem von einem B2C-Shop?

B2C-Shops sind auf ein anonymes Publikum, feste Listenpreise und einfache Kaufprozesse ausgelegt. Ein B2B-Shopsystem muss dagegen kundenindividuelle Realitäten abbilden. Die wichtigsten Unterschiede:

  • Preise sind kundenindividuell und mengenabhängig, nicht öffentlich und einheitlich.
  • Auf Kundenseite bestellen mehrere Nutzer mit Rollen, Budgets und Freigabeketten.
  • Sortiment und Sichtbarkeit variieren je Kundengruppe, nicht jeder sieht alles.
  • Bestellungen laufen oft aus dem ERP oder Beschaffungssystem des Kunden heraus (OCI / Punch-out).
  • Zahlung erfolgt überwiegend auf Rechnung mit Zahlungsziel und Kreditlimit.

Diese Anforderungen lassen sich nicht sinnvoll als Nachrüsten auf einen B2C-Shop legen. Sie gehören in die Architektur des Systems, weil sie Preisfindung, Nutzerverwaltung und Bestellprozess durchgängig prägen.

Einordnung

Bei der Auswahl eines B2B-Shopsystems steht die Funktionsliste selten im Weg, fast alle etablierten Systeme können Kundengruppen und Staffelpreise. Der Unterschied entsteht darunter: Wie sauber Produktdaten aus dem PIM und Preise aus dem ERP in den Shop fließen. Wer die Datenbasis unterschätzt, kauft ein leistungsfähiges System und füllt es mit inkonsistenten Daten.

Philipp Foreman, Geschäftsführer onacy GmbH

Welche B2B-Shopsysteme gibt es?

Im DACH-Raum sind mehrere Systeme etabliert, die B2B-Funktionen entweder von Haus aus oder über Erweiterungen abdecken. Zu den bekannten Vertretern zählen Shopware, Adobe Commerce (Magento), OroCommerce, Intershop und SAP Commerce Cloud. Sie unterscheiden sich in Betriebsmodell (Open Source, Cloud, Lizenz), im Reifegrad der nativen B2B-Funktionen und im Aufwand für Betrieb und Weiterentwicklung.

Shopware ist im deutschsprachigen Mittelstand weit verbreitet und bringt mit den B2B-Funktionen einen praxisnahen Baukasten für Kundengruppen, Staffelpreise, Organisationsstrukturen und Freigaben mit. onacy ist Shopware-Gold-Partner und begleitet Hersteller und Großhändler bei Auswahl und Einführung. Einen Überblick, wie die B2B-Funktionen konkret aussehen, gibt die Seite zu den Shopware B2B Components.

Worauf kommt es bei der Auswahl an?

Ein B2B-Shopsystem lässt sich nicht allein über eine Funktionsliste bewerten. Entscheidend ist, wie gut das System zur bestehenden IT-Landschaft und zur Sortimentskomplexität passt. In der Praxis lohnt der Blick auf diese Kriterien:

  • Datenanbindung: Wie sauber fließen Produktdaten aus dem PIM und Preise aus dem ERP in den Shop.
  • Kundenanforderungen: Verlangen Großkunden OCI-/Punch-out-Anbindung oder Freigabeketten.
  • Betriebsmodell: Open Source, Cloud oder Lizenz, und wer betreibt und pflegt das System.
  • Erweiterbarkeit: Wie leicht lässt sich das System an eigene Prozesse anpassen.
  • Gesamtkosten: Lizenz, Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung über mehrere Jahre.

Der häufigste Fehler bei der Auswahl ist, das System zuerst zu bewerten und die Datenbasis danach. Ein B2B-Shopsystem ist immer nur so gut wie die Produkt- und Preisdaten, die es ausspielt. Deshalb steht bei onacy vor der Systementscheidung meist ein Blick auf das Datenfundament.

Häufige Fragen zu B2B-Shopsystemen

Was ist ein B2B-Shopsystem einfach erklärt?

Ein B2B-Shopsystem ist eine Software-Kategorie für Online-Shops im Geschäftskundenvertrieb. Es bildet die Besonderheiten des B2B-Handels ab: Kundengruppen mit individuellen Preisen, Staffelpreise, Freigabeprozesse, OCI-/Punch-out-Anbindung und Rechnungskauf. Es ist die Software-Ebene, mit der Hersteller, Großhändler und Distributoren ihre gewerblichen Kunden online bedienen.

Was ist der Unterschied zwischen einem B2B- und einem B2C-Shopsystem?

Ein B2C-Shop arbeitet mit festen Listenpreisen und einfachen Kaufprozessen für anonyme Endkunden. Ein B2B-Shopsystem bildet kundenindividuelle Preise, Staffelpreise, mehrstufige Freigaben, OCI-/Punch-out-Anbindung und Rechnungskauf ab. Diese Anforderungen prägen die Architektur und lassen sich nicht sinnvoll auf einen reinen B2C-Shop nachrüsten.

Welche Funktionen muss ein B2B-Shopsystem haben?

Zum typischen Pflichtumfang zählen Kundengruppen mit individuellen Preisen und Sortimenten, Staffelpreise, mehrstufige Freigabeprozesse, die Anbindung an Beschaffungssysteme über OCI oder Punch-out sowie Rechnungskauf mit Zahlungszielen. Welche Funktionen konkret gebraucht werden, hängt von Sortiment, Kundenstruktur und den Anforderungen der Großkunden ab.

Welche B2B-Shopsysteme gibt es?

Im DACH-Raum sind unter anderem Shopware, Adobe Commerce (Magento), OroCommerce, Intershop und SAP Commerce Cloud etabliert. Sie unterscheiden sich in Betriebsmodell, im Reifegrad der nativen B2B-Funktionen und im Aufwand für Betrieb und Weiterentwicklung. Welches System passt, entscheidet sich über Sortimentskomplexität, IT-Landschaft und die Anforderungen der Bestandskunden.

Erst die Daten, dann das System

Ein B2B-Shopsystem ist nur so gut wie die Produkt- und Preisdaten, die es ausspielt. Im Erstgespräch ordnen wir ein, welche Systemkategorie zu Ihrem Sortiment und Ihrer IT-Landschaft passt und wie das Datenfundament dazu aussehen sollte.

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