Shopware

Was ist eine Gastbestellung?

Eine Gastbestellung ist ein Kaufvorgang, bei dem ein Kunde den Checkout eines Online-Shops abschließt, ohne ein dauerhaftes Kundenkonto anzulegen. Der Kunde gibt nur die Daten an, die für diese eine Bestellung nötig sind, etwa Liefer- und Rechnungsadresse. Gastbestellungen senken die Kaufhürde, weil der zusätzliche Schritt der Registrierung entfällt.

Bei einer Gastbestellung werden keine Zugangsdaten und kein Passwort angelegt. Der Kunde kann seine Bestellung anschließend nur über einen Link oder eine Bestellnummer nachverfolgen, nicht über einen Login-Bereich. Für den Shop-Betreiber bedeutet das: weniger Reibung im Checkout, aber auch weniger dauerhaft gespeicherte Kundendaten für Wiederkauf und Marketing.

Ob eine Gastbestellung sinnvoll ist, hängt stark vom Kanal ab. Im B2C ist sie ein wichtiger Hebel gegen Kaufabbrüche, weil Erstkäufer nicht zur Kontoerstellung gezwungen werden. Im B2B ist dagegen häufig ein Kundenkonto erforderlich, weil Konditionen, Preislisten, Freigaben und Bestellhistorie an das Konto gebunden sind.

Kriterium Gastbestellung Bestellung mit Kundenkonto
Registrierung Nicht erforderlich Kundenkonto wird angelegt
Kaufhürde im Checkout Niedrig, weniger Abbrüche Höher durch zusätzlichen Schritt
Wiederkauf Daten müssen erneut eingegeben werden Adressen und Historie hinterlegt
Kundengruppenpreise In der Regel nicht anwendbar Konditionen an Konto gebunden
Typischer Kanal B2C, Einmal- und Erstkäufe B2B, wiederkehrende Bestellungen

Stand: Juli 2026. Die Zuordnung ist idealtypisch; viele Shops bieten beide Optionen parallel an.

Gastbestellung im Checkout-Verlauf
Gastbestellung im Checkout-Verlauf1. WarenkorbProdukte gewählt2. Gastdatennur Bestelldaten3. ZahlungabschließenERGEBNISKauf ohne KontoBeispiel

Bei der Gastbestellung entfällt der Registrierungsschritt. Die Darstellung ist schematisch.

Welche Vor- und Nachteile hat die Gastbestellung?

Die Gastbestellung ist ein Kompromiss zwischen niedriger Kaufhürde und langfristiger Kundenbindung. Sie bringt vor allem im B2C Vorteile, hat aber auch Grenzen:

  • Vorteil: geringere Abbruchquote im Checkout, weil die Registrierung entfällt.
  • Vorteil: schnellerer Kaufabschluss, besonders bei Erst- und Einmalkäufern.
  • Nachteil: keine dauerhaft gespeicherten Kundendaten für Wiederkauf und Service.
  • Nachteil: kundengruppenspezifische Preise und Freigaben lassen sich meist nicht anwenden.

Viele Shops lösen diesen Zielkonflikt, indem sie die Gastbestellung anbieten und dem Kunden nach dem Kauf die Möglichkeit geben, aus den eingegebenen Daten mit einem Klick ein Konto zu erstellen. So bleibt die Hürde niedrig, ohne die Chance auf Kundenbindung ganz aufzugeben.

Einordnung

Die Gastbestellung ist im B2C ein wirksamer Hebel gegen Kaufabbrüche, im B2B aber selten die richtige Standardeinstellung, weil dort Preise und Freigaben am Konto hängen. Entscheidend ist nicht die Frage Gast oder Konto, sondern ob die Bestelldaten sauber in die nachgelagerten Systeme fließen. Wer das nicht regelt, sammelt Gastbestellungen ohne verwertbare Kundendaten.

Philipp Foreman, Geschäftsführer onacy GmbH

Wann ist eine Gastbestellung im B2B sinnvoll?

Im B2B ist die Gastbestellung seltener als im B2C, weil viele Prozesse an das Kundenkonto gebunden sind: individuelle Preise, Zahlungsziele, Freigabe-Workflows und die Bestellhistorie. Für reine Neukunden oder für Sortimente, die auch von Gelegenheitskäufern bestellt werden, kann eine Gastbestellung dennoch die Einstiegshürde senken.

Ein häufiges Muster: Bestandskunden bestellen über ihr Konto mit hinterlegten Konditionen, während Neukunden zunächst als Gast bestellen und erst bei wiederkehrendem Bedarf ein Konto anlegen. Voraussetzung ist, dass die Kundendaten sauber zwischen Shop und den nachgelagerten Systemen fließen, damit aus einer Gastbestellung bei Bedarf ein vollwertiger Kundendatensatz wird.

Wie wird die Gastbestellung in Shopware umgesetzt?

In Shopware lässt sich die Gastbestellung pro Verkaufskanal aktivieren oder deaktivieren. Betreiber können also entscheiden, ob ein Kanal Gastbestellungen erlaubt, nur registrierte Kunden zulässt oder beides parallel anbietet. Das ist besonders für Händler nützlich, die sowohl einen offenen B2C-Kanal als auch einen geschlossenen B2B-Bereich betreiben.

Technisch werden auch Gastbestellungen als Kundendatensatz gespeichert, allerdings ohne Login. Damit diese Daten für Folgeprozesse wie Rechnungsstellung, Versand und Kundenservice nutzbar sind, sollten sie über eine saubere Anbindung an ERP und CRM übergeben werden. Wie Shopware sich an Drittsysteme anbinden lässt, zeigt die Seite Shopware Integrationen und Schnittstellen.

Häufige Fragen zur Gastbestellung

Was ist eine Gastbestellung einfach erklärt?

Eine Gastbestellung ist ein Kauf ohne Kundenkonto. Der Kunde schließt den Checkout ab, ohne sich zu registrieren, und gibt nur die für diese Bestellung nötigen Daten an. Es wird kein Passwort und kein Login-Bereich angelegt. Die Gastbestellung senkt die Kaufhürde, weil der zusätzliche Registrierungsschritt entfällt, wird aber vor allem im B2C angeboten.

Was ist der Unterschied zwischen Gastbestellung und Kundenkonto?

Bei einer Gastbestellung legt der Kunde kein dauerhaftes Konto an und muss seine Daten bei jedem Kauf neu eingeben. Beim Kundenkonto werden Adressen, Bestellhistorie und Konditionen gespeichert. Kundengruppenpreise und Freigabe-Workflows lassen sich in der Regel nur mit Konto anwenden. Die Gastbestellung senkt die Kaufhürde, das Konto stärkt die Kundenbindung.

Ist eine Gastbestellung im B2B sinnvoll?

Im B2B ist die Gastbestellung seltener sinnvoll, weil individuelle Preise, Zahlungsziele, Freigaben und Bestellhistorie an das Kundenkonto gebunden sind. Für Neukunden oder Sortimente mit Gelegenheitskäufern kann sie die Einstiegshürde dennoch senken. Ein häufiges Muster ist, dass Neukunden zunächst als Gast bestellen und erst bei wiederkehrendem Bedarf ein Konto anlegen.

Kann man in Shopware Gastbestellungen erlauben?

Ja. In Shopware lässt sich die Gastbestellung pro Verkaufskanal aktivieren oder deaktivieren. Betreiber können einen Kanal auf registrierte Kunden beschränken, Gastbestellungen erlauben oder beides parallel anbieten. Das ist nützlich für Händler mit offenem B2C-Kanal und geschlossenem B2B-Bereich. Auch Gastbestellungen werden als Datensatz gespeichert, allerdings ohne Login.

Checkout und Kundendaten sauber verbinden

Ob Gast oder Konto, entscheidend ist, dass Bestelldaten fehlerfrei in ERP und CRM landen. Wir prüfen Ihren Shopware-Checkout und die Datenflüsse dahinter, damit aus jeder Bestellung ein verwertbarer Datensatz wird.

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