Eine Migration auf Shopware 6 bedeutet den vollständigen Wechsel eines bestehenden Online-Shops auf die aktuelle Shopware-Generation, unabhängig vom bisherigen System. Relevant ist das für Händler und Hersteller, deren Plattform (Shopware 5, Magento, SAP Commerce oder OXID) das Support-Ende erreicht hat, teuer im Betrieb ist oder technisch an ihre Grenzen stößt.
Das Wichtigste in Kürze
Stand: Juli 2026. Shopware 6 ist mit rund 11,5 Prozent Marktanteil unter den Top-1.000-Shops in Deutschland Marktführer. Shopware 5 (Support-Ende Juli 2024), SAP Commerce On-Premise (Mainstream-Support-Ende Juli 2026) und OXID eShop CE (kostenpflichtig) haben ihr aktives Lebensende erreicht.
Der Ablauf einer Migration folgt in allen Fällen denselben acht Schritten, die systemspezifischen Unterschiede liegen im Detail. Je nach Komplexität dauert eine Migration 3 bis 11 Monate und kostet zwischen 20.000 und 300.000 EUR. Dieser Überblicksartikel verweist für jedes Quellsystem auf den ausführlichen Detail-Leitfaden.
Es gibt Entscheidungen, die kann man aufschieben. Und es gibt welche, bei denen jeder Monat Verzögerung bares Geld kostet. Die Migration auf Shopware 6 gehört zur zweiten Kategorie.
Der Grund ist simpel: Alte Systeme bekommen keine Sicherheitsupdates mehr. Shopware 5 ist seit Juli 2024 offiziell am Ende des Lifecycles, SAP Commerce On-Premise hat seinen Mainstream-Support im Juli 2026 verloren, und die OXID Community Edition ist mittlerweile kostenpflichtig. Was passiert, wenn Sie nicht handeln? Im besten Fall steigen nur die Wartungskosten. Im schlechten Fall erwischt Sie eine Sicherheitslücke, die niemand mehr patcht, oder Ihr Payment-Provider kappt die Anbindung.
Shopware 6 bietet dagegen eine moderne, API-first aufgebaute Plattform auf Basis von Symfony und Vue.js, niedrigere Betriebskosten (Community Edition kostenlos) und mit den B2B Components einen zukunftssicheren Weg für Geschäftskunden-Szenarien. Mehr zur strategischen Einordnung finden Sie in unserem Shopware-Leistungsüberblick.
Shopware 5, SAP Commerce On-Premise und OXID CE haben ihr aktives Lifecycle-Ende erreicht. Wer jetzt noch wartet, finanziert steigende Wartungskosten ohne Gegenwert, während der Abstand zum Wettbewerb größer wird.
Philipp Foreman
Geschäftsführer, onacy GmbH
Migrationspfade nach Quellsystem
Jede Migration folgt demselben Grundgerüst, doch die Ausgangslage entscheidet über Aufwand, Kostenrahmen und die kritischen Stolpersteine. Die folgende Übersicht ordnet die vier häufigsten Quellsysteme ein und verweist jeweils auf den ausführlichen Detail-Leitfaden.
Shopware 5 auf Shopware 6
Der häufigste Fall und gleichzeitig der, bei dem Händler den Aufwand am meisten unterschätzen. Shopware 6 ist keine neue Version von Shopware 5, sondern eine komplette Neuentwicklung. Theme, Plugins und individuelle Anpassungen müssen neu gebaut werden, während das Shopware Migration Plugin Produkt-, Kunden- und Bestelldaten automatisiert übernimmt. Bestellstatus, Zahlungsarten und Steuersätze brauchen manuelle Zuordnung.
Alle Details, inklusive Plugin-Mapping und B2B-Suite-Umstieg, im ausführlichen Leitfaden: Shopware 5 auf 6 Migration.
Magento / Adobe Commerce auf Shopware 6
Gerade im Mittelstand häufig anzutreffen. Magento ist mächtig, aber komplex und teuer im Betrieb: Wo Magento oft vier bis fünf Entwickler bindet, reichen bei Shopware 6 häufig zwei. Die Datenübernahme läuft großteils automatisiert über Migrationstools, der Knackpunkt sind Custom-Extensions und ERP-Anbindungen, die neu aufgesetzt werden müssen.
Alle Details, inklusive Kostenrahmen und Vorgehen für den Mittelstand, im ausführlichen Leitfaden: Magento zu Shopware 6 migrieren.
SAP Commerce auf Shopware 6
Die Enterprise-Migration. SAP Commerce (ehemals Hybris) ist ein Schwergewicht, dessen Mainstream-Support On-Premise im Juli 2026 endete. Statt sechsstelliger Jahreslizenz bietet Shopware die Community Edition kostenlos. Allerdings ist der Wechsel ein Full-Replatforming-Projekt: Große Produktkataloge erfordern Batch-Strategien, ERP-Anbindungen müssen komplett neu konzipiert werden.
Der Wechsel, der oft durch die kostenpflichtig gewordene Community Edition ausgelöst wird. OXID-Shops sind meist kleiner und weniger komplex, was die Migration überschaubarer macht. Datenstruktur und Template-Logik unterscheiden sich jedoch grundlegend, sodass Theme und individuelle Module neu aufgebaut werden müssen.
Alle Details, inklusive Aufwand und realistischer Kosten, im ausführlichen Leitfaden: OXID zu Shopware 6 migrieren.
Jede Migration ist anders, doch es gibt einen bewährten Ablauf, der sich in dutzenden Projekten etabliert hat. Diese acht Schritte bilden das Grundgerüst über alle Quellsysteme hinweg.
Bestandsaufnahme und Audit (3-6 Wochen): Ist-Zustand erfassen, Plugins und Custom Code bewerten, Datenqualität prüfen. Der wichtigste, wenn auch unspektakulärste Schritt.
Anforderungsspezifikation (3-6 Wochen): Was muss der neue Shop können, was ist Day-One-Pflicht? Hier fällt auch die Lizenzentscheidung (Community, Rise, Evolve, Beyond).
Theme und UX-Konzept (4-8 Wochen): Shopware 6 nutzt eine neue Template-Architektur. Ein 1:1-Transfer ist nicht möglich, also die Chance für ein zeitgemäßes, mobile-first UX-Konzept.
Datenmigration (3-6 Wochen): Produkte, Kategorien, Kunden, Bestellhistorien, Medien. Datenbereinigung vor der Migration spart enorm Zeit. Ein PIM-System wie Pimcore vereinfacht diesen Schritt erheblich.
Plugin-Ersatz und Individualentwicklung (5-10 Wochen): Der zeitaufwändigste Schritt. Proprietäre Entwicklungen müssen neu geschrieben werden, das ist gleichzeitig die Chance, technische Schulden loszuwerden.
Schnittstellen und ERP-Anbindung (3-6 Wochen): ERP, Payment, Versand, PIM und Marketing-Tools müssen an die neue Admin- bzw. REST-API angebunden werden. Bei B2B ein eigenständiges Teilprojekt.
Testing und QA (3-6 Wochen): Funktionale Tests, Performance, Zahlungsabwicklung, Schnittstellen. Mindestens zwei vollständige Testdurchläufe einplanen.
Go-Live und SEO-Redirects (2-4 Wochen): Parallel-Betrieb als Best Practice, am Go-Live-Tag umschalten. Jede alte URL braucht einen 301-Redirect, sonst drohen Rankingverluste.
Wie die Schritte konkret nach Quellsystem variieren, steht in den jeweiligen Detail-Leitfäden oben.
In der Projektpraxis scheitert die Migration selten an der Technik, sondern am Zeitplan. Wer die acht Schritte als starre Kette plant, verliert bei jeder Verzögerung den Puffer. Wir schneiden die Migration in klare Meilensteine, ziehen die Datenbereinigung nach vorne und halten den Go-Live-Termin bewusst frei von Abhängigkeiten, die erst am Ende auftauchen.
Béla Yannik Hahne
Project Management & Operations, onacy GmbH
Was kostet eine Migration
Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Aber hier konkrete Rahmen aus der Praxis. Die Kosten setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
Lizenzkosten: Community Edition (kostenlos) bis Beyond (individuelle Preise). Rise startet bei 600 EUR pro Monat.
Agentur-/Entwicklungskosten: Der Löwenanteil. Je nach Komplexität zwischen 20.000 und 300.000 EUR.
Datenmigration: Meist im Projektpreis enthalten, bei sehr großen Datenmengen als separater Posten.
SEO-Maßnahmen: Redirect-Mapping und technisches SEO, rechnen Sie mit 5.000 bis 10.000 EUR.
Wichtig: Lizenzgebühren machen typischerweise nur 15 bis 25 Prozent der Gesamtkosten über drei Jahre aus. Der wahre Kostenfaktor ist die Implementierung. Die genauen Rahmen unterscheiden sich je nach Quellsystem, die konkreten Zahlen finden Sie in den Detail-Leitfäden.
Die Migrations-Checkliste
Diese Checkliste deckt die kritischen Punkte über alle Migrationspfade hinweg ab.
Anforderungsspezifikation erstellen und Lizenzmodell auswählen
Budget und Zeitplan festlegen
Migrations-Partner evaluieren und Redirect-Mapping erstellen
Während der Migration:
Entwicklungsumgebung aufsetzen, Theme und UX umsetzen
Datenmigration durchführen und validieren
Plugins ersetzen oder neu entwickeln
ERP- und Drittsystem-Anbindungen aufsetzen
B2B-Funktionen konfigurieren (falls relevant) und vollständig testen
Nach der Migration:
301-Redirects aktivieren und prüfen
Google Search Console überwachen (Indexierung, Crawl-Fehler)
Performance-Monitoring einrichten und Team schulen
Alten Shop für Rollback-Zeitraum vorhalten (min. 4 Wochen)
Typische Fehler
Fünf Fehler kommen in Migrationsprojekten immer wieder vor, unabhängig vom Quellsystem, und sind fast immer vermeidbar.
Migration als „Update“ behandeln: Shopware 6 ist kein Upgrade, sondern ein Neuprojekt. Wer mit Update-Budget plant, steht nach drei Monaten vor einem Problem.
Datenmigration ohne vorherige Bereinigung: Schlechte Daten werden nicht besser, wenn man sie in ein neues System schiebt. Bereinigen Sie vorher, nicht danach.
SEO-Redirects vergessen: Jede geänderte URL braucht einen 301-Redirect. Fehlende Redirects bedeuten 404-Fehler und Rankingverluste.
Zu viele Features zum Launch: Scope Creep verzögert jede Migration. Definieren Sie klar, was zum Launch dabei sein muss und was in Phase 2 kommt.
Kein Parallel-Betrieb geplant: Schalten Sie den alten Shop nicht ab, bevor der neue stabil läuft. Der Parallel-Betrieb ist Ihr Sicherheitsnetz.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Migration auf Shopware 6?
Das hängt stark von der Komplexität und dem Quellsystem ab. Ein einfacher B2C-Shop mit Standardfunktionen ist in 3 bis 7 Monaten migriert. Mittelständische Shops mit individuellen Anpassungen brauchen 5 bis 8 Monate. Enterprise-Installationen mit Multi-Country-Setup und tiefen ERP-Integrationen liegen bei 7 bis 11 Monaten. Entscheidend ist eine saubere Planungsphase.
Von welchen Systemen kann ich auf Shopware 6 migrieren?
Die häufigsten Quellsysteme sind Shopware 5, Magento beziehungsweise Adobe Commerce, SAP Commerce (ehemals Hybris) und OXID eShop. Auch von WooCommerce, JTL oder Gambio sind Migrationen üblich. Für jedes der vier Hauptsysteme stellt onacy einen eigenen, ausführlichen Detail-Leitfaden bereit, der die spezifischen Anforderungen behandelt.
Was kostet eine Migration auf Shopware 6?
Rechnen Sie für einen einfachen Shop mit 20.000 bis 50.000 EUR, für mittlere Shops mit 50.000 bis 100.000 EUR und für komplexe Enterprise-Projekte mit 100.000 bis 300.000 EUR aufwärts. Die größten Kostenblöcke sind Theme-Entwicklung, Plugin-Neuentwicklung und ERP-Anbindungen. Lizenzkosten machen nur 15 bis 25 Prozent der Gesamtkosten aus.
Gehen meine Google-Rankings bei der Migration verloren?
Nicht, wenn Sie es richtig machen. Das A und O sind saubere 301-Redirects von jeder alten URL auf die neue Entsprechung. Erstellen Sie ein vollständiges Redirect-Mapping, bevor der neue Shop live geht, und überwachen Sie nach dem Go-Live die Google Search Console. Ein kurzfristiger Traffic-Einbruch von 10 bis 20 Prozent ist normal und erholt sich in der Regel innerhalb von 4 bis 8 Wochen.
Welche Daten werden automatisch migriert?
Das Shopware Migration Plugin übernimmt automatisch Produkte mit Varianten, Kategorien, Kundenstammdaten, Bestellhistorien und Mediendaten. Manuell zugeordnet werden müssen Bestellstatus-Zuordnungen, Zahlungsarten-Mapping, Steuersätze und spezielle Kundengruppen. Custom Fields und individuelle Datenstrukturen erfordern in der Regel Entwicklungsaufwand.
Lohnt sich die Migration auch für kleine Shops?
Ja, auch bei unter 1.000 Produkten. Gerade kleinere Shops profitieren von den niedrigeren laufenden Kosten. Die Shopware 6 Community Edition ist kostenlos und bietet bereits einen vollständigen Funktionsumfang. Dazu kommen bessere Performance, modernere Technologie und Zukunftssicherheit.
Fazit
Die Migration auf Shopware 6 ist kein optionales Upgrade, sondern eine strategische Entscheidung über die Zukunftsfähigkeit Ihres Online-Geschäfts. Ob Sie von Shopware 5, Magento, SAP Commerce oder OXID kommen: Der Ablauf folgt denselben acht Schritten, die kritischen Details unterscheiden sich je nach Quellsystem. Nutzen Sie die verlinkten Detail-Leitfäden für Ihren konkreten Pfad und werfen Sie für die strategische Einordnung einen Blick auf unseren Shopware-Hub.
Shopware-Migration planen: Wo stehen Sie?
Jede Migration ist anders. Lassen Sie uns in einem kostenlosen Erstgespräch analysieren, wo Sie stehen und welcher Zeitplan realistisch ist. Unsere E-Commerce-Berater kennen die typischen Stolpersteine und helfen Ihnen, sie zu umgehen.